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Juli 2026

Hingabe, Vorbereitung und Loslassen – woher Leichtigkeit kommt

In diesem Sommer war ich zu einer Hochzeit eingeladen. Mein Freund, der Musiker und Coach Florian Schwartz, mit dem ich gemeinsam Heldenreise-Seminare veranstalte und Coaching mit Live-Musikhypnose anbiete (über beides habe ich hier und hier schon schon in diesem Blog erzählt), heiratete seinen langjährigen Lebenspartner Günter.

Eigentlich waren es sogar drei Feste in einem: erst die eigentliche Hochzeit am Freitag, und weil Günter am Samstag und Florian am Sonntag Geburtstag hatten, ging das Feiern gleich zwei weitere Tage weiter. Schon der Gedanke an die Dauer der Veranstaltung hatte mich beeindruckt, ebenso die Größe mit ungefähr 130 Gästen, von denen ich außer den Gastgebern fast niemanden kannte.

In den Tagen davor bekam ich über eine WhatsApp-Gruppe nach und nach Infos darüber, was die beiden vorgesehen hatten. Dresscodes, englisches Picknick im Englischen Garten nach der standesamtlichen Trauung, dann freie Trauung, große Abendveranstaltung – und je mehr ich las, desto mehr hatte ich den Eindruck: Hier wird wirklich an alles gedacht und nichts dem Zufall überlassen.

So kam es, dass ich eher etwas – ja, vielleicht nicht ängstlich, aber doch aufgeregt und leicht angespannt – zu diesem Fest fuhr, wozu auch meine unterschwellige Erwartung beitrug, dass ein so minutiös und auch fast etwas monumental geplantes Fest leicht auch ein bisschen verkrampft und irgendwie anstrengend sein könnte. Ich habe wirklich kurzzeitig gedacht:Wie soll ich das eigentlich durchhalten?

Stattdessen erlebte ich das Gegenteil. Je länger ich dort war, desto mehr spürte ich eine Herzenswärme, eine Leichtigkeit und eine Freude am Leben, die mich tief berührten, und ich fragte mich: Wie können minutiöse Planung und echte Herzenswärme gleichzeitig entstehen?

Ascot-Style und Fascinator

Die standesamtliche Trauung sollte, so erfuhr ich über die WhatsApp-Gruppe, im Standesamt an der Mandlstaße in München-Schwabing stattfinden, anschließend war ein Empfang mit Picknick im Englischen Garten angekündigt. Und dann war da ein Dresscode festgelegt: „Ascot-Style“ – ein Stil, der sich, wie meine Recherche ergab, auf die weltberühmte Royal Ascot-Pferderennbahn und den dort üblichen strengen Dresscode bezieht. Herren tragen formelle Anzüge mit Krawatte, während Damen formelle Tageskleidung mit auffälligen Hüten bevorzugen. Wer als Frau keinen Hut tragen wollte, so stand da noch, sollte einen Fascinator wählen.

Ich hatte das zunächst überlesen, weil ich im Sommer normalerweise eh keinen Hut trage, doch dann las ich es nochmal und musste mich erst einmal informieren, was so ein Fascinator eigentlich ist: Er ist, so erfuhr ich, ein leichter Kopfschmuck für Frauen, der etwa aus Federn, Blumen, Netzen und Bändern besteht und mit Hilfsmitteln wie Haarnadeln, Haarreifen oder Kämmen im Haar befestigt wird. Anders als ein Hut hat der Fascinator rein dekorative Funktion und wird besonders in Großbritannien zu festlichen Anlässen getragen.

Ich erinnerte mich, dass ich so etwas auf Bildern von diesen Pferderennen oder der Royal Family schon einmal gesehen hatte, und es nötigte mir Respekt ab, erzeugte aber zugleich spontan auch einen leichten Widerstand.

Das Problem war nur: Ich las das erst am Tag vor der Trauung, es war praktisch fünf vor zwölf. Also dachte ich: Ach, ich kaufe mir einfach beim Drogeriemarkt ein paar Spangen, stecke die Haare hoch, das wird schon irgendwie gehen.

Genau das habe ich dann auch gemacht, und am Freitagmorgen saßen wir beim Frühstück bei bei meinen Münchner Gastgebern, die mich für die Tage berherbergten, und mein Blick fiel auf ein Kräuterpflänzchen auf dem Tisch. Mehr aus Spaß sagte ich: „Jetzt könnte ich ja noch ein Basilikum darauf machen.“

Dana, meine Gastgeberin, schaute mich an und sagte: „Du, ich hätte jetzt nichts mehr gesagt, weil du sowieso schon gestresst genug bist. Hauptsache, du gehst da gleich hin und alles wird gut. Aber jetzt, wo du es sagst: Ich hatte auch schon so etwas gedacht. Allerdings eher Rosmarin.“

Und so entstand mein Natur-Fascinator – ich ging also mit Rosmarinzweigen im Haar zu dieser Hochzeit. Ich war damit erwartungsgemäß die Einzige – und natürlich fiel das sofort auf.

Ich musste lachen – die Aufregung war dadurch nicht weg, aber sie hatte sich verändert. Plötzlich gab es etwas Spielerisches darin. Ich hatte mich nun doch auf ganz eigene Art auf die Fascinator-Vorgabe eingelassen, und allein das machte schon einen Unterschied.

Mit ganzem Herzen

Was mich dann aber viel mehr beschäftigte, war die Form, die die beiden ihrem Fest gegeben hatten. Ja, die unglaubliche Präzision, mit der die beiden alles vorbereitet hatten, war für mich ungewohnt – aber gleichzeitig auch faszinierend: Beim Brautpaar war alles bis hin zu den Einstecktüchern in den Anzügen, den Nadeln darauf, den Schuhen und den kleinsten Details identisch aufeinander abgestimmt. Nicht nur bis ins Letzte durchdesignt, sondern gleichzeitig – und ich merkte, wie mich das wider Erwarten sehr ansprach –mit viel Herzenspower gemacht. Diese Kombination fand ich so bemerkens- wie liebenswert.

Schon der Empfang nach der Trauung war unglaublich liebevoll gestaltet. Champagner, Picknickdecken, diese kleinen Toasts, bei denen die Ränder abgeschnitten waren, Petit Fours mit Zitrone und Himbeere. Ein Saxophonist spielte. Und während ich noch dachte: Mehr kann man eigentlich gar nicht machen, merkte ich schnell, dass das wirklich erst der Anfang war. Drei Tage lang jagte ein Höhepunkt den nächsten. Nicht im Sinne von: immer größer – sondern immer wieder anders.

Am Abend ging es in eine Eventlocation unter dem Dach des Kustermann-Hauses in München. Dort gab es einen Brunnen, aus dem Gin floss, einen zweiten mit Rosé, einen dritten mit Wasser. Eine Candy-Bar mit unzähligen Gläsern voller Süßigkeiten, später ein Grillbuffet, einen roten Teppich. Akteure, die zunächst in Säcken hereinhüpften und sich dann daraus befreiten und zu Schmetterlingen wurden, eine Opernsängerin, rote Rosenblätter, die durch den Raum wirbelten …

Und immer wieder dachte ich: Wie viel Zeit, wie viel Fantasie, wie viel Hingabe steckt eigentlich in all dem? Nichts davon wirkte wie: Das machen wir, weil man das eben so macht. Alles wirkte so, als hätten zwei Menschen gesagt: Wenn wir das machen, dann machen wir es mit ganzem Herzen.

Ich habe später noch einmal in Ruhe darüber nachgedacht, was mich an diesem Wochenende eigentlich so berührt hat. Das, was ich Ihnen gerade alles an Bildern aufgezählt habe – den Rosmarin, den Gin-Brunnen, die Schmetterlinge, die Opernsängerin – das ist gar nicht das, worum es mir eigentlich geht. Man braucht diese Bilder, damit man sich das Fest vorstellen kann – aber sie sind nicht der Kern, er liegt woanders.

Aufmerksamkeit, Fantasie und Energie

Am Anfang hatte ich, so wurde mir später klar, genau den Blick gehabt, den wahrscheinlich viele hätten. Ich hatte gedacht: Wie soll ich das eigentlich durchhalten? Drei Tage hintereinander, immer wieder neue Programmpunkte, immer wieder andere Menschen, immer wieder andere Kleidung. Deshalb hatte ich im Vorfeld eher Stress als Vorfreude. Heute weiß ich: Das war meine Beobachterposition. Ich hatte die ganze Zeit von außen auf mich geschaut: Wie werde ich wirken? Passe ich da überhaupt hinein? Wie machen die anderen das?

Das verflüchtigte sich dann – immer in den Momenten, in denen ich mein Herz aufmachte. Immer dann, wenn ich zu kontrollieren aufhörte und stattdessen einfach berührt war.

Am stärksten war das beim Hochzeitstanz. Ich kenne Hochzeitstänze, meistens tanzt das Brautpaar einen Wiener Walzer, dreimal rechts herum durch den Saal, vielleicht noch ein paar Figuren dazu, und dann war es das. Hier war das völlig anders. Günter war früher Tanzlehrer, und Florian ließ sich komplett auf seinen Mann ein. Die beiden hatten vorher unendlich viel geübt, man sah in jeder Bewegung, wie viel Zeit und Hingabe und wie viel gemeinsames Ausprobieren in diesen paar Minuten steckte.

Während ich ihnen zuschaute, hatte ich mehrfach Gänsehaut. Plötzlich sah ich gar nicht mehr die Choreografie. Natürlich war die toll und durchdacht. Aber dahinter steckte etwas viel Wichtigeres. Ich sah zwei Menschen, die mit offenem Herzen ihr gemeinsames Leben gestalten. Florian hat sich in diesem Tanz vollkommen auf Günter eingelassen. Und ich bin sicher, Günter hat sich an ganz vielen anderen Stellen des Festes genauso auf Florian eingelassen – ich kenne ihn nur nicht gut genug, um sagen zu können, wo das überall war. Aber in diesem Tanz konnte ich es bei Florian sehen. Und ich dachte nur: Wie schön ist das eigentlich?

Plötzlich waren all die Strasssteine, die abgestimmten Einstecktücher und die perfekt geplanten Programmpunkte gar nicht mehr das Entscheidende – sie waren nur Ausdruck von etwas, das viel tiefer lag.

Mich hat beeindruckt, was die beiden dafür zu investieren bereit waren. Nicht nur Geld oder Zeit – sondern vor allem Aufmerksamkeit, Fantasie und Energie. Ein ganzes Jahr lang hatten sie dieses Fest vorbereitet. Sie hatten sich in eine Vision hineingegeben, ohne zu wissen, wie sich das am Ende anfühlen würde.

Dabei war es nicht so, dass die beiden alles allein gemacht hätten. Im Gegenteil: Eine Freundin hat gesungen, ein Freund aus dem Improtheater hat fotografiert, andere kümmerten sich um die Brunnen mit den Getränken oder halfen an ganz unterschiedlichen Stellen mit. Sicher gab es auch professionelle Unterstützung, aber vieles kam aus dem Freundeskreis. Man merkte die ganze Zeit, dass sich alle freuten, dass sich alle total reinhängten und wie viel Liebe da zwischen den Menschen floss.

Eine Flow-Erfahrung

Dieses Hochzeitsfest hatte für mich ganz viel mit etwas zu tun, was ich auch aus Flow-Erfahrungen kenne – also dem vom Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi beschriebenen, als beglückend erlebten Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst vor sich geht.

Auch da kommt für mich Verschiedenes zusammen: auf der einen Seite ein hohes Maß an Engagement und auch an Expertise. Denn wenn ich ständig überlegen muss, wie etwas funktioniert, kann ich mich gar nicht ganz darauf einlassen. Gleichzeitig gibt es aber etwas, das trotz aller Intensität in einer unglaublichen Leichtigkeit mündet.

Wenn ich eine Flow-Erfahrung mache, bin ich irgendwann nicht mehr in dieser Beobachterposition, die ich bei der Feier am Anfang eingenommen hatte. Ich vergebe keine Sternchen mehr, ich frage mich nicht mehr: Ist das jetzt gut genug? Wie sehe ich aus? Ich war anfangs ständig bei mir gewesen, irgendwann war das verschwunden. Stattdessen war ich einfach da: mit offenem Herzen und mit einem Loslassen des Ergebnisses. Denn wenn ich die ganze Zeit darüber nachdenke, was am Ende herauskommt, ob sich das alles gelohnt hat und ob es gut genug wird, kann ich gar nicht wirklich in dem aufgehen, was gerade geschieht.

Flow fühlt sich manchmal so zeitlos an. Die Zeit bleibt nicht wirklich stehen, aber sie verliert für einen Moment ihre Bedeutung. Es entsteht dieses Einssein mit dem, was ich gerade tue, mit den Menschen um mich herum und mit der Situation, in der ich gerade bin. Genau daran hat mich dieses Wochenende erinnert. Eigentlich war die Hochzeit für mich nur ein Beispiel, eine Geschichte, die mich wieder daran erinnert hat, dass Flow-Erfahrungen für mich immer auch Herzenserfahrungen sind und nicht nur Leistungserfahrungen.

Mich hat beim Hochzeitstanz nicht die Perfektion berührt, sondern das, was die Florian und Günter bereit waren, dafür auf sich zu nehmen. Wie viel Zeit, Üben, Geduld und gemeinsames Dranbleiben. Klar, Günter konnte tanzen, aber für Florian war das nicht selbstverständlich, und trotzdem ließ er sich darauf ein – nicht halb, sondern ganz.

Natürlich gehört auch Können dazu. Wenn ein Tennisspieler mit seinem Coach trainiert, dann geht es darum, wie er den Schläger hält, wie er den Ball trifft und wie er sein Spiel verbessert. Wenn ein Violinist übt, geht es um Technik, um Intonation, um den Klang. Und natürlich gehört all das dazu. Aber wenn es dabei bliebe, wäre es für mich noch keine Flow-Erfahrung.

Damit aus Können eine Flow-Erfahrung wird, braucht es für mich aber noch zwei Dinge: Das eine ist die Liebe zu dem, was ich tue. Beim Tennisspieler ist es das Spiel selbst, beim Musiker vielleicht das Instrument oder das Musikstück. Und bei dieser Hochzeit war es genau diese Liebe zum Detail, diese Freude an der Gestaltung, an den unterschiedlichen Orten, den Kleidern, den Ideen. Aber eben genauso der Einbezug der Freunde, dieses Sich-Öffnen für Fantasie und für all die verrückten Einfälle, die dieses Wochenende so besonders gemacht haben.

Disziplin, Vorbereitung – und die Freiheit, wieder loszulassen

Das Zweite ist mindestens genauso wichtig. Es braucht immer auch einen Raum dafür, dass etwas anderes passieren darf, dass nicht alles genau so läuft, wie man es sich vorgestellt hat, dass nichts Verbissenes entsteht. Das habe ich bei den beiden erlebt. Beim Hochzeitstanz hat es Florian kurz vor einer Linksdrehung einmal rausgehauen, doch im nächsten Moment war er wieder drin, das tat dem Ganzen überhaupt keinen Abbruch. Wahrscheinlich haben viele es gar nicht bemerkt – aber ich dachte: Genau so ist das Leben. In gewisser Weise war gerade das einer der schönsten Momente des ganzen Tanzes

Und am nächsten Tag habe ich noch einmal etwas Ähnliches erlebt. Für den Geburtstag, der ganz unkompliziert in der Wohnung der beiden gefeiert wurde, gab es natürlich wieder ein neues Outfit. Als wir ankamen, war Günter aber noch gar nicht fertig, etwas musste nach oben getragen werden, die Gäste waren schon da, Florian war noch unterwegs. Günter hatte einfach weiße Shorts und ein T-Shirt an. Ich bin sicher, dass das passende Glitzer-Outfit längst bereitlag. Aber er hat es erst einmal sein gelassen. Er hat seine Gäste begrüßt, alle umarmt, seinen Geburtstag gefeiert und irgendwann später noch die Jacke angezogen, den Rest aber nicht.

Ich fand das fast noch schöner als all die perfekt geplanten Details. Da zeigte sich für mich nämlich, dass die beiden nicht nur glücklich sein konnten, wenn alles bis ins letzte Detail durchinszeniert war – da war genauso Platz für Improvisation, für das, was eben gerade passiert. Diese Mischung macht den Unterschied: Die Form war da, die Disziplin, die Vorbereitung – aber genauso auch die Freiheit, wieder loszulassen.

Diese Haltung zog sich, wenn ich im Rückblick darauf schaue, eigentlich durch die ganze Festfolge. Am Freitag begann alles ganz klassisch mit der standesamtlichen Trauung, danach das englische Picknick im Ascot-Style, die freie Trauung und am Abend die große Feier mit all ihrer Eleganz und Liebe zum Detail.

Am nächsten Tag ging es zunächst auf den Christopher Street Day, wo Florian und Günter mit ihrem Hochzeitsoutfit auftraten, und am Abend waren wir dann ganz unkompliziert bei den beiden zu Hause und feierten Günters Geburtstag. Das war jetzt das super Kontrastprogramm, sie hatten einfach die Couch rausgeräumt, alle standen oder saßen auf dem Boden, es gab eine große Etagere mit 350 Hamburgern, Cheeseburgern, Fischburgern, Chicken McNuggets und Veggie Nuggets mit Ketchup und Grillsoße, die eine Brigade bei McDonald's gekauft hatte. Zum Trinken war Selbstbedienung im Kühlschrank und in den Kisten auf dem Balkon angesagt. Und eine Frau hat dann irgendwie mit dem Laptop noch Musik gemacht.

Und am Sonntagnachmittag trafen wir uns noch einmal im Augustiner Biergarten – diesmal für Florians Geburtstag. Hier sah der Dresscode Trachten vor, und ich habe mir ein Dirndl von meiner Unterkunft-Gastgeberin Dana geliehen, die mich schon beim Rosmarin-Fascinator unterstützt hatte. Ein ebenso gelungener Nachmittag wie die beiden anderen Feste vorher mit viel Ausgelassenheit, Fässchenanstich, Brotzeit und Kaiserschmarrn.

Ich fand es faszinierend, wie selbstverständlich all diese völlig unterschiedlichen Welten nebeneinanderstehen durften, nichts musste einem einheitlichen Stil folgen. Entscheidend war nie die Form, sondern immer die Freude daran, das Leben miteinander zu feiern.

Erfahrungen, die überspringen

Wenn ich an dieses Wochenende zurückdenke, dann bleibt dieses Bild: Auf der einen Seite ungeheuer viel Engagement – und auf der anderen Seite eine gefühlte Leichtigkei, die dann entsteht, wenn ich völlig mit dem verbunden bin, was ich gerade tue.

Deshalb hat mich dieses Wochenende so berührt. Nicht, weil es eine außergewöhnliche Hochzeit war – das war sie ohne Zweifel. Aber ich wurde wieder daran erinnert, wie sich so ein Flow-Moment anfühlt.

Und bestimmt habe nicht nur ich das so empfunden. Es ging von Florian und Günter aus, doch wir alle konnten uns an diesem Wochenende davon anstecken lassen. Das ist für mich sogar das Schönste an solchen Erfahrungen: Sie bleiben nicht bei den Menschen, die sie auslösen, sie springen über.

Seit diesem Wochenende frage ich mich manchmal: Wo versuche ich eigentlich selbst noch, alles kontrollieren zu wollen? Und wo dürfte ich mich viel mehr auf das Leben einlassen?

Ich jedenfalls möchte mir diese Mischung bewahren: mich mit ganzem Herzen auf etwas einzulassen, mich gut vorzubereiten – und dann den Mut zu haben, wieder loszulassen. Wenn Ihnen das an der einen oder anderen Stelle Ihres Lebens auch gelingt, dann wünsche ich Ihnen genau das, wonach ich an diesem Wochenende selbst ein Stück mehr gesucht habe: Leichtigkeit!